Ein Tag als Illegale in Lutzemburg
25.07.26 13:08
von Yelena Belova
Kalter Angstschweiß rinnt mir den Rücken runter, mein Herz pocht, Blut rauscht in meinen Ohren. Gleich ist es so weit, gleich wird sich herausstellen ob mein Plan funktioniert oder ich den Rest meines Lebens im Gefängnis verbringen werde.
Ich zwinge mich den Blick von meinen Schuhen zu heben und nach vorne zu richten. Vor mir ragt das Gebäude des Schubart Gymnasiums in den langsam heller werdenden Himmel.
Ich richte meinen Körper auf und rufe mir die Sätze, die bereits zu einer Art Mantra für mich geworden sind, ins Gedächtnis: Du gehörst hier rein, Niemand wird etwas merken, laufe aufrecht, sein entspannt, sei selbstbewusst…
Ich erreiche die Grenze des Staates Lutzemburg. Vor mir stellen sich scharenweise Schüler an, um durch den Zoll eingelassen zu werden. Manche blicken nervös umher, schieben sich eilig Lebensmittel in die hinterste Ecke ihrer Taschen. Andere reden oder springen auf der Stelle umher. Da erst wird mir klar wie kühl es ist. Ein Schauer kriegt mir den rücken hinunter, ob vor Kälte oder Angst kann ich nicht sagen, vermutlich beides.
Ohne die lange Schlange vor mir weiter zu beachten laufe ich geradewegs in ihr vorbei. Am Zoll streckt gerade ein junges Mädchen ihren Ausweis nach vorne. Ganz kurz gerate ich aus meinem Takt, bevor ich meinen selbstbewussten Catwalk fortsetze. Denn im Vergleich zu all diesen Schülern besitze ich weder einen Ausweis, noch einen Account. Ich bin keine Bürgerin des Staates Lutzemburg. Ob das auffällt liegt jetzt in den Händen von Mächten auf die ich keinen Einfluss habe, oder vielleicht doch? Als Lehrerin bin ich hier in der Machtposition. Meine Unsicherheit verpufft. An ihrer Stelle breitet sich ein warmes Gefühl der Macht und Hoffnung in mir aus. Bevor ich mich versehe bin ich schon hinter der Grenze, einfach so. um ein Haar hätte ich laut aufgelacht.
Eilig ging ich zu dem Treffpunkt, den meine Freunde und ich ausgemacht hatten. Zusammen sind wir das unschlagbare Referendaren-Team. Die nächsten Stunden verbrachten wir damit umher zu laufen und Witze zu reißen. Langsam aber sicher wurde ich hungrig, doch ohne ID kein Geld. Als der Loch in deinem Bauch mich zu verschlingen schien fiel es einem meiner Freunde auf. Im Vergleich zu mir waren alle anderen registriert. Und da uns ein so unzertrennliches Band verbindet sind wir bald alle satt. ALLE. Ich kann garnicht beschreiben wie dankbar ich meinen Verbündeten für diese Mahlzeit bin. Um Getränke brauche ich mir allerdings keine Sorgen machen, der Wasserspender versorgt mich zuverlässig mit frischem Wasser.
Alles in einem lebt es sich doch garnicht so schlecht in Lutzemburg, selbst als illegale Einwanderin.
Frau Gruber lebt noch heute unentdeckt in den Schatten Lutzemburgs und erlebt tagtäglich Abenteuer mit ihrer mutigen Gang aus Referendaren.
Ich zwinge mich den Blick von meinen Schuhen zu heben und nach vorne zu richten. Vor mir ragt das Gebäude des Schubart Gymnasiums in den langsam heller werdenden Himmel.
Ich richte meinen Körper auf und rufe mir die Sätze, die bereits zu einer Art Mantra für mich geworden sind, ins Gedächtnis: Du gehörst hier rein, Niemand wird etwas merken, laufe aufrecht, sein entspannt, sei selbstbewusst…
Ich erreiche die Grenze des Staates Lutzemburg. Vor mir stellen sich scharenweise Schüler an, um durch den Zoll eingelassen zu werden. Manche blicken nervös umher, schieben sich eilig Lebensmittel in die hinterste Ecke ihrer Taschen. Andere reden oder springen auf der Stelle umher. Da erst wird mir klar wie kühl es ist. Ein Schauer kriegt mir den rücken hinunter, ob vor Kälte oder Angst kann ich nicht sagen, vermutlich beides.
Ohne die lange Schlange vor mir weiter zu beachten laufe ich geradewegs in ihr vorbei. Am Zoll streckt gerade ein junges Mädchen ihren Ausweis nach vorne. Ganz kurz gerate ich aus meinem Takt, bevor ich meinen selbstbewussten Catwalk fortsetze. Denn im Vergleich zu all diesen Schülern besitze ich weder einen Ausweis, noch einen Account. Ich bin keine Bürgerin des Staates Lutzemburg. Ob das auffällt liegt jetzt in den Händen von Mächten auf die ich keinen Einfluss habe, oder vielleicht doch? Als Lehrerin bin ich hier in der Machtposition. Meine Unsicherheit verpufft. An ihrer Stelle breitet sich ein warmes Gefühl der Macht und Hoffnung in mir aus. Bevor ich mich versehe bin ich schon hinter der Grenze, einfach so. um ein Haar hätte ich laut aufgelacht.
Eilig ging ich zu dem Treffpunkt, den meine Freunde und ich ausgemacht hatten. Zusammen sind wir das unschlagbare Referendaren-Team. Die nächsten Stunden verbrachten wir damit umher zu laufen und Witze zu reißen. Langsam aber sicher wurde ich hungrig, doch ohne ID kein Geld. Als der Loch in deinem Bauch mich zu verschlingen schien fiel es einem meiner Freunde auf. Im Vergleich zu mir waren alle anderen registriert. Und da uns ein so unzertrennliches Band verbindet sind wir bald alle satt. ALLE. Ich kann garnicht beschreiben wie dankbar ich meinen Verbündeten für diese Mahlzeit bin. Um Getränke brauche ich mir allerdings keine Sorgen machen, der Wasserspender versorgt mich zuverlässig mit frischem Wasser.
Alles in einem lebt es sich doch garnicht so schlecht in Lutzemburg, selbst als illegale Einwanderin.
Frau Gruber lebt noch heute unentdeckt in den Schatten Lutzemburgs und erlebt tagtäglich Abenteuer mit ihrer mutigen Gang aus Referendaren.
